Asiatische Hornisse
Eine neue Herausforderung für unsere heimische Natur

Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina)** breitet sich zunehmend in Europa aus und stellt Imker wie Naturschützer vor neue Aufgaben. Ihr auffälliges Flugverhalten, die dunkle Färbung und ihre Jagd auf Honigbienen machen sie zu einer Art, die genau beobachtet werden muss. Hier erfährst du alles über Erkennung, Verhalten, Nestbau und den richtigen Umgang mit dieser invasiven Hornissenart.

Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina) – Fakten, Merkmale und Bedeutung

Die Asiatische Hornisse, wissenschaftlich Vespa velutina nigrithorax, ist eine invasive Art, die ursprünglich aus Südostasien stammt und sich seit 2004 in Europa ausbreitet. In Deutschland wurde sie erstmals 2014 nachgewiesen. Ihr Vorkommen nimmt seit einigen Jahren kontinuierlich zu.

Erkennungsmerkmale

  • Größe: kleiner als die Europäische Hornisse (Vespa crabro)

  • Färbung: dunkler Brustbereich, überwiegend schwarz; Hinterleib mit breiten orangefarbenen Bändern

  • Beine: auffällig gelb gefärbte Beinenden

  • Flugverhalten: schnelle, wendige Flieger, oft in der Nähe von Bienenständen

Lebensraum & Ausbreitung

Die Asiatische Hornisse bevorzugt:

  • warme, geschützte Regionen

  • Waldränder, Streuobstwiesen, Gärten

  • urbane Bereiche mit geeigneten Nistplätzen

Ihr Nest baut sie häufig hoch oben in Baumkronen, aber auch in Gebäuden, Schuppen oder Dachvorsprüngen. Die Nester können sehr groß werden – bis zu 1 m Höhe und mehrere tausend Individuen.

Verhalten & Ernährung

Die Art ist ein effizienter Jäger und ernährt sich überwiegend von:

  • Fluginsekten

  • Honigbienen

  • Wespen

  • anderen Arthropoden

Besonders problematisch ist ihr Jagdverhalten vor Bienenstöcken: Sie lauert vor dem Flugloch und fängt heimkehrende Bienen im Flug.

Risiken & Auswirkungen

  • Gefahr für Honigbienen: hoher Jagddruck kann Bienenvölker schwächen

  • Ökologische Auswirkungen: Rückgang heimischer Insektenarten

  • Für Menschen: nicht aggressiver als heimische Hornissen, aber Nester sollten nicht gestört werden

In Deutschland gilt die Asiatische Hornisse als invasive Art, deren Ausbreitung überwacht wird.

Umgang & Meldung

Nester sollten nicht eigenständig entfernt werden. Empfohlen wird die Meldung an:

  • lokale Naturschutzbehörden

  • Imkervereine

  • Umweltämter

Eine fachgerechte Entfernung erfolgt ausschließlich durch geschulte Fachkräfte.

„Illustrationen erstellt mit Microsoft Copilot (KI-generiert)“

Entwicklungsphasen eines asiatischen Hornissenvolkes (Vespa velutina)

1. Überwinterung & Start (Februar–April)

  • Nur begattete Jungköniginnen überwintern – das gesamte alte Volk stirbt im Winter ab.

  • Im Frühjahr beginnt die Königin allein ein Primärnest, meist in geschützten Bereichen (Carports, Gartenhütten, Dachvorsprünge).

  • Sie legt die ersten Eier und füttert die Larven selbst.

2. Primärnest & erste Arbeiterinnen (April–Juni)

  • Die ersten Arbeiterinnen schlüpfen und übernehmen Nestbau, Brutpflege und Nahrungssuche.

  • Die Königin konzentriert sich ab diesem Zeitpunkt nur noch auf die Eiablage.

  • In dieser Phase kommt es häufig zu Nestübernahmekämpfen zwischen Königinnen (Usurpation).

  • Viele Primärnester werden aufgegeben oder sterben ab – die Sterblichkeit ist hoch.

3. Übergang zum Sekundärnest (Juli–August)

  • Sobald das Volk größer wird, baut es oft ein Sekundärnest:

    • meist >10 m Höhe

    • in Baumkronen oder an Gebäuden

    • deutlich größer und stabiler

  • Etwa 70 % der Völker ziehen um, nur ca. 30 % bauen das Primärnest weiter.

4. Starkes Sommer-/Herbstvolk (August–Oktober)

  • Das Volk wächst jetzt explosiv.

  • Es benötigt große Mengen Eiweiß für die Larven – daher steigt der Druck auf Honigbienen, besonders im urbanen Raum.

  • Arbeiterinnen zeigen das typische Schwebeflugverhalten vor Bienenstöcken.

5. Produktion neuer Königinnen & Drohnen (September–November)

  • Im Spätsommer/Herbst entstehen Hunderte Jungköniginnen und Drohnen.

  • Nach der Paarung suchen die Jungköniginnen Winterquartiere.

  • Das Altvolk stirbt mit den ersten Frostperioden vollständig ab.

Dynamik & Ausbreitung in Deutschland

  • Die Art breitet sich seit 2014 rasant aus und ist seit 2025 offiziell etabliert.

  • 2026 zeigen Daten eine Verdopplung der Nestmeldungen im Frühjahr.

  • Besonders betroffen: Rheinebene, Großraum Stuttgart, NRW, Hessen, Hamburg, Berlin, Bayern.

Bedeutung für Imker

  • Vespa velutina jagt bevorzugt Honigbienen zur Larvenfütterung.

  • Ab Juli/August steigt der Druck auf Völker deutlich.

  • Früh entdeckte Primärnester sollten entfernt werden, bevor Arbeiterinnen schlüpfen – dies ist die effektivste Maßnahme zur Eindämmung.